Landesliga, Landesliga…hey, hey!!!  

Immer wieder hallte der Ruf durch die mit rund 500 Zuschauern gut besetzte Stadtparkhalle. Endlich war es vollbracht: Nach 60 superstarken Minuten, eigentlich aber nach vier langen Jahren Anlauf, ist die HG endlich da, wo sie hingehört: in der Landesliga!!!

Selbstbewusst, aber hochkonzentriert ging die Mannschaft von Jörg Brandenburg die Partie gegen den TV 1848 Mönchengladbach an, der ihr im Hinspiel eine empfindliche Niederlage zugefügt hatte. „Wir haben es uns verdient, dass wir dieses Spiel spielen dürfen“, schwor der Coach das Team auf das vermutlich hundertste der „entscheidenden Spitzenspiele“ in den letzten Jahren ein. Aber er erreichte sein Team, das von an Anfang motiviert, aber beherrscht auftrat.

Max Neuhoff war der überragende Mann der Anfangsphase, für die Gäste nicht zu fassen traf er scheinbar nach Belieben durch deren Abwehrreihen und darüber hinweg ins Tor. Der „18“ musste dagegen deutlich härter für ein Tor ackern, aber genau das tat er und so war in einer torarmen Begegnung bis zum 6:6 in Minute 20 noch kein Team überlegen. Dann aber gab es die ersten Zeitstrafen auf beiden Seiten – eine Situation mit der die HG besser zurechtkam. Immer öfter gelang ihr nun der regelgerechte Ballgewinn, der prompt im Tempogegenstoß umgesetzt wurde. War das nicht möglich, wurde sehr geduldig aufgebaut, bis sich die klare Torgelegenheit bot. Einige zu ungeduldigen Abschlüsse blieben die Ausnahme und konnten zudem oftmals ohne Verlust des Ballbesitzes ausgebügelt werden. Die Heimmannschaft verdiente sich die 14:9-Pausenführung, weil sie die zielstrebigere Mannschaft war.

In Halbzeit zwei setzte sich ein ähnliches Bild fort, zwar fanden die Gladbacher nach und nach Mittel und Wege, die Kaarster 3:2:1-Deckung zu überwinden, aber davon ließ sich die Brandenburg-Sieben nicht aus der Ruhe bringen. Angeführt von ihrem sehr überlegt auftretenden Kapitän Hendrik Ferner baute sie ihre Angriffe sorgsam auf. So blieb es bis 5 Minuten vor dem Ende spannend, ohne dass sich der Abstand auf der Anzeigentafel nennenswert veränderte. Dann traf Daniel Simon von Linksaußen zum 26:20. Für seine impulsive Beschwerde über den unangenehm geworfenen Ball sah der Gäste-Torhüter die Blaue Karte. Wenn das Spiel einen Bruch brauchte, um die Entscheidung herbeizuführen, war dieser gekommen. Denn während die Köpfe bei 1848 nach unten gingen, erhöhten die Hausherren rasch auf 29:20. Zwei Tore zur Ergebniskosmetik gelangen der Auswärtsmannschaft noch, bevor die Schlusssirene ertönte und es kein Halten mehr gab: im vierten Anlauf erfüllt sich das Team den Traum von der Landesliga, auf den wir so lange hingearbeitet haben.

Die Stadtparkhalle, in der schon während der Begegnung eine tolle Stimmung geherrscht hatte, feierte ihre Aufsteiger gebührend, die ihrerseits außer Rand und Band vor Freude waren. Ein ganz großer Dank an alle Zuschauer!!! Ihr habt unser Spiel zu einem einzigartigen Handballerlebnis gemacht!

Im Kern spielt das Team seit mindestens vier Jahren so zusammen, wurde dabei aber sukzessive um punktuelle Verstärkungen ergänzt. Auch schafften viele Jugendspieler den Sprung in die erste Mannschaft: aus dem Kader des Aufstiegsfinales kamen mit Fabian Laufhütte, Sebastian Kniest, Matthieu Brera, Christoph Witthaut und Lars Wolff fünf Spieler in den letzten drei Jahren aus dem eigenen Nachwuchs hoch, Niklas Peuse ergänzt diese Statistik noch. Andere Spieler wuchsen in der Zeit in neue Aufgaben hinein, insbesondere Max Neuhoff bewies in den engen Spielen, dass er zu einem echten Führungsspieler herangereift ist. Mit einer Mischung aus voller Konzentration und der nötigen Coolness, die verhindert, dass daraus Verbissenheit wird, sichert sich die HG, die in den Vorjahren durchaus auch an den eigenen Nerven gescheitert ist, den Aufstieg. „Vielleicht war die Zeit da noch nicht reif“, sagt auch Jörg Brandenburg, „aber das hier entschädigt einfach für alles!“

Für die HG:
Marius Klann, Christoph Witthaut – Hendrik Ferner(8/4), Max Neuhoff(5), Gerrit Kolender(5), Daniel Simon(5), Rene Müller(3), Simon Breuer(3), Thilo Sagner, Andy Czodrowski, Fabian Laufhütte, Sebastian Kniest, Matthieu Brera, Dennis Neumann – auf der Bank dabei: Lars Wolff, Simon Fuierer – in Gedanken dabei: Niklas Peuse, Roland Schöneberg – Coach & Crew: Jörg Brandenburg, Norbert Schöneberg

 

…und alle nur so: Landesliga, Landesliga…hey, hey…!!!