Angriff auf das Abenteuer Oberliga

Die 1.Damenmannschaft der HG Kaarst-Büttgen fiebert dem Saisonstart in der Oberliga entgegen. Die Handballerinnen waren unter ihrem ehemaligen Trainer Janosch Greinert nach einer tollen Verbandsligasaison überraschend aufgestiegen.

Seitdem ist viel passiert. Der ohnehin knappe Kader hatte einige Abgänge zu verzeichnen, sodass nur noch sechs Spielerinnen übrig blieben. Nach der Freude über den Aufstieg war also Handeln angesagt, um eine schlagkräftige Oberligamannschaft auf die Beine zu stellen.

Beim benachbarten Ligakonkurrenten Turnerschaft Lürrip entschieden sich einige Spielerinnen, das Abenteuer Oberliga in Angriff zu nehmen und wechselten den Verein, insgesamt sieben Spielerinnen kamen aus Lürrip nach Kaarst. Auch das Lürriper Trainergespann Rebecca Claßen und Harald Metsches konnte zur HG gelotst werden.

Unmittelbar nach der letzten Saison war Kennenlern-Training angesagt und es wurde voll in der Vorster Sporthalle. Auch Spielerinnen von anderen Vereinen war nicht verborgen geblieben, dass sich bei der HG Kaarst-Büttgen etwas tut. Zu Spitzenzeiten trafen sich 24 Spielerinnen zum gemeinsamen Training. Die Mannschaft für die Oberliga war gesichert.

Schlussendlich geht die HG Kaarst-Büttgen mit einem Kader von 18 Spielerinnen in die neue Saison. Die größte Erfahrung bringt Spielmacherin Maite Lutter mit. Sie ist mit 35 Jahren immer noch Vorbild und der Kopf der Mannschaft. Das Küken ist Torhüterin Melanie Schindowski. Die Siebzehnjährige spielt mit Doppelspielrecht ebenfalls für die Oberliga-A-Jugend der JSG ART/TVK. Auch Luisa Nicolin, Viviane Brockerhoff und Laura Caelers gehören zur jüngeren Generation, sie sollen langsam an die Oberligahärte herangeführt werden.

Das Trainergespann setzt darauf, dass die Verantwortung auf möglichst viele Schultern verteilt wird. Dabei bekleiden Torhüterin Stefanie Schorn und Kreisläuferin Katharina Vonhall Schlüsselpositionen und sollen Führungsaufgaben übernehmen. Die variable Rückraumspielerin Mareike Ewert spielte letztes Jahr noch für den TV Lobberich in der Oberliga und weiß somit ebenfalls, wie es geht. Die jungen Christina Borutta und Yvonne Finken bringen sogar schon 3.Liga-Erfahrung mit und sollen der Mannschaft wichtige Impulse geben.

Mit Nicole Feldberg, Carol Sauer und Sabrina Schmitz ist man auch auf den für das Tempo wichtigen Außenpositionen doppelt besetzt. Im Rückraum stellen Ricarda Linevondeberg, Marlen Klaudius, Bettina Schmitz und Nina Stommel zahlreiche Alternativen dar, um sowohl aus der zweiten Reihen agieren, als auch mit Zweikämpfen in die Nahtstellen gehend agieren zu können.

Maren Schmuck bildet zusammen mit Melanie Schindowski und Stefanie Schorn das Torhüter-Trio, somit werden immer zwei Keeperinnen zur Verfügung stehen.

Insgesamt kann die Mannschaft auf eine gesunde Mischung zwischen erfahrenen und jungen Spielerinnen verweisen. Das Durchschnittsalter liegt bei 24 Jahren. Somit kann das Gros der Mannschaft noch viele Jahre spielen.

In der langen und schweißtreibenden Vorbereitung absolvierte die Mannschaft neben ungezählten Trainingsstunden verschiedenster Art insgesamt 14 Testspiele. Dabei wurde deutlich, dass es noch geraume Zeit brauchen wird, bis diese völlig neu zusammengestellte Mannschaft eingespielt ist.

In der neuen Spielklasse wird es vor allem auf Laufvermögen und körperliche Präsenz ankommen. Für viele Spielerinnen wird sich ihr bisheriges Spielsystem erheblich verändern. In der Oberliga können alle Gegner 60 Minuten rennen. Dieses Tempo müssen die Kaarsterinnen mitgehen, das Ziel ist es, in jedem Spiel couragiert dagegenzuhalten.  Daher ist ein großer Kader von Nöten.

Die Kondition indes sollte stimmen. Am Samstag wurde der niederländische Viertligist HV Rapiditas im letzten Testspiel deutlich mit 32:18 bezwungen. Obwohl sieben Spielerinnen nicht an Bord waren, hatten die Kaarster Damen auch über ungewohnte 3 x 25 Minuten keinen Leistungsabfall zu verzeichnen.

So geht der Aufsteiger gespannt und mit viel Vorfreude in das Rennen um den Oberliga-Klassenerhalt. Trainer Harald Metsches ist zufrieden, wenn auch realistisch: "Der Zusammenhalt ist bereits sehr gut. Auch die Unterstützung im Verein ist bestens. Wir wissen, dass wir 30 Endspiele um den Klassenerhalt vor uns haben. Daher gehen wir völlig ohne Druck in das Abenteuer Oberliga. In der Handballszene sind wir der Abstiegskandidat Nummer 1. Eine bessere Ausgangsposition kann es nicht geben. Wir machen unsere Ziele nicht nur an Ergebnissen fest. Wir wollen jede einzelne Spielerin voranbringen und die Mannschaft weiterentwickeln. Die jetzige Situation soll als Fundament für die kommenden Jahre dienen. Davon sollen nicht zuletzt auch unsere Jugendlichen profitieren. Unseren Zuschauern wollen wir attraktiven Frauenhandball mit viel Herzblut bieten. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Unser ganz besonderer Dank gilt unseren Partnern und Sponsoren "Braun - der Friseur" und der Firma "Helmut Schmitz Innenausbau und Demontage".

Am nächsten Samstag, 13.09.2014, geht es los. Beim Vizemeister der letzten Saison, SG Überruhr, ist die HG Kaarst-Büttgen krasser Außenseiter und wird versuchen, sich möglichst teuer zu verkaufen.