Gesucht: Die Antwort auf das Warum...?

Nach zuletzt zwei knappen Niederlagen in Folge und dem durchwachsenen Pokalauftritt führte uns das gestrige Auswärtsspiel ins Oberbergische zum SV Wipperfürth. Wir waren heilfroh, daß weder Wetterkapriolen noch Stau uns die Anreise erschweren sollten. Im Vorfeld hatten wir alles getan, um den knappen Kader zu verstärken. So stellte der HVN unsere Lina rechtzeitig frei, dazu konnten wir Luisa aktivieren und Anni aus der B-Jugend fuhr als zweite Torhüterin mit. Euch allen ganz herzlichen Dank für Eure Unterstützung !

 

Wie gewohnt wußten wir über den Gegner recht gut Bescheid. Eine rechtzeitige Anreise sollte für die notwendige Entspannung sorgen. Schliesslich war es ein sogenanntes Vier-Punkte-Spiel. Mit einem Sieg hätten wir die Abstiegsplätze auf eine beruhigende Distanz halten können. Das war unser Ziel und dafür wollten wir natürlich alles tun.

Es sollte leider anders kommen. Der SV Wipperfürth war aus der Landesliga aufgestiegen. Den jungen Spielerinnen fehlt ein wenig die Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Sie kommen vor allem über das Kollektiv und mit viel Tempo über die 2.Welle. Die 5 Wipperfürther Tore aus der ersten Halbzeit des letzten Auswärtsspieles waren bereits nach 7 Minuten erreicht. Unsere erste grüne Karte lag ebenfalls schnell auf dem Tisch des Kampfgerichtes. Doch die wilde Fahrt ging weiter. Hastige Abschlüsse und übertrieben optimistische Kreisanspiele luden die Gastgeberinnen immer wieder zu Kontern ein. Nach 16 Minuten lagen wir vorentscheidend mit 4-12 hinten, 9 Tore davon per Tempogegenstoß. Diese wollten wir im Vorfeld unbedingt vermeiden.

Nicht zum ersten Mal hatte sich unsere Mannschaft völlig unnötig in eine schwierige Lage gebracht, um dann plötzlich das Signal zur Aufholjagd zu geben. Es wurde jetzt um jeden Ball gekämpft, Tor für Tor wurde aufgeholt. Beim 11-15 waren wir zum Pausenpfiff durchaus noch im Spiel. Die jungen Wipperfürtherinnen hatten sich an unseren Nachlässigkeiten berauscht und wollten nach dem Wechsel wieder in die Spur finden.

Bis zum 22-17 hieten uns die Hansestädterinnen auf Distanz, danach schien unsere Stunde gekommen. 3 Tore in Folge liessen uns beim 20-22 wieder hoffen. In unserer stärksten Phase gelang uns wenig später mit dem 24-23 die erste Führung in diesem Spiel. Es sollte leider die einzige bleiben. In den Schlussminuten gelang uns nur noch ein Tor. Überhastete und ungenaue Rückraumwürfe waren sicherlich auch dem zunehmenden Kräfteverschleiß geschuldet.

Das Spiel ging mit 27-25 - glücklich, aber keinesfalls unverdient - an die junge Mannschaft von Trainer Michael Bartsch. Dazu unseren aufrichtigen Glückwunsch. Bei allem Respekt gegenüber der Leistung des SV Wipperfürth, dieses Spiel durften wir ( und mussten wir ) nicht verlieren.

Nicht nur unsere treuen Fans stand die Frage nach dem Warum ins Gesicht geschrieben. Warum kamen wir zum zweiten Mal innerhalb von 8 Tagen überhaupt nicht ins Spiel? Warum erzielt erneut eine Mannschaft gegen uns eine ungewohnte Trefferquote? Warum schaffen wir es nicht, aus den uns vorliegenden Informationen einen Nutzen zu ziehen? Warum erlauben wir uns Nachlässigkeiten, die wir in der Folgezeit mit zuviel Kraftaufwand wieder ausgleichen müssen?

Unsere Mannschaft sollte die Antworten kennen. Ab sofort sollten auch die letzten Träumereien der Realität gewichen sein. Wir stehen mitten im Abstiegskampf, für viele knappe Niederlagen können wir uns nichts kaufen.
Selbstkritik ist angesagt. Der Trainer schreitet voran, bei der Anfangsaufstellung habe ich daneben gelegen und war ich schlicht zu feige. Damit geht diese Niederlage zu einem erheblichen Teil auf meine Kappe.

Weiter geht`s ! Es sind noch genügend Punkte zu vergeben. Viele knappe Spiele in dieser ausgeglichenen Liga lassen alles offen. Es gilt ab sofort eine ganz überschaubare Zielsetzung. Wir müssen mindestens zwei Mannschaften zu finden, die am Ende der Saison hinter uns stehen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger !

Tore: Ingrid 12/4; Brina 6; Rici 3/1; Hannah 2; Lina und Tinka je 1

Was gab es sonst noch....?

Mit Annika Hinsenbrock stand - nach dem Pokalauftritt von Leah Hinzpeter und Jana Matjuschin - erneut eine 16jährige Nachswuchsspielerin im Kader. Leider war der Spielverlauf für Experimente auf der Torwart-Position nur schwer geeignet. Deine Zeit wird kommen, Anni !

An dieser Stelle sei Jutta Dahl gedankt, die mit uns seit Jahren von Hüh nach Hott gurkt, um sich für unsere Farben ans Kampfgericht zu setzen! Das ist nicht selbstverständlich!