Mangelnde Cleverneß und ein zweifaches Deja-Vù

Eine Woche nach der heftigen Auswärtsniederlage in Überruhr empfingen wir nun den Tabellendritten SG Unitas Haan/Hildener AT in der Kaarster Halle. Bereits im Hinspiel hatten wir gut mitgehalten und über weite Strecken geführt, am Ende jedoch mit 24-27 verloren. Wir gingen daher sehr zuversichtlich ins Spiel, leider sollte es am Ende ein Deja-Vu geben.
 
Wir kamen mit einer 3-0 Führung optimal ins Spiel. Die Abwehr stand gut und vorne wurde geduldig auf die sich bietenden Chancen gewartet. Wie zuletzt verzichteten die Gäste zunächst auf ihre Shooterin Nina Orth. Diese kam diesmal jedoch schon nach 4 Minuten ins Spiel, weil es alles andere als gut lief. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnten wir das Ergebnis über 7-2 sogar auf ein 9-3 ausbauen. Im Angriff war die Verantwortung diesmal deutlich besser verteilt, als zuletzt. Insbesondere Tinka konnte dadurch für wichtige Entlastung sorgen. Unter anderem durch 2 vergebene Großchancen kam ein erster kleiner Bruch ins Spiel. Die Gäste kamen auf 9-6 heran, unsere Souveränität hatte Schaden genommen und wir mussten zur Pause mit einer 12-9 Führung zufrieden sein.
 
Dieses Ergebnis hätte uns vor der Partie gut gefallen, jedoch hatten wir bereits Ende der 1.Halbzeit den Faden verloren. Ein Torwartwechsel bei den Gästen kam erschwerend hinzu. Dazu verletzte sich Brina noch zu Beginn der 2. Halbzeit. Unitas nutzte die Gunst der Stunde, konnte ausgleichen und - mit einem 6-0 Lauf - sogar mit 12-15 in Führung gehen.
Wer uns kennt, weiß das wir niemals aufgeben. Spätestens als Brina nach der Behandlungspause wieder mitwirken konnte, war auch noch genügend Zeit, das Spiel wieder zu drehen. In dieser Phase jedoch schienen wir von allen guten Geistern verlassen. Es entwickelte sich ein munteres Scheibenschiessen, womit wir uns erst 1 Woche vorher in Überruhr bereits aus dem Spiel gekickt hatten. Eine Fülle von viel zu kurzen Angriffen kosteten Kraft und Selbstvertrauen. Die Gäste mussten nur auf unsere Fehler warten und kamen immer wieder zu Kontern. Beim 15-21 setzte wohl niemand mehr in der Halle einen Pfifferling auf uns. Es ist bezeichnend, daß ausgerechnet eine 16-jährige kühlen Kopf bewahrte. Jana nutzte binnen weniger Minuten die sich ihr bietenden Chancen zu 3 Toren auf der für sie ungewohnten Position auf Rechtsaussen.
 
Wir waren plötzlich beim 20-21 wieder im Spiel. Nun spielte sicherlich auch das Glück Zünglein an der Waage. Vergebene Großchancen ( u.a. ein Siebenmeter an der Latte ) und eine Zeitstrafe liessen das Spiel wieder zugunsten der Gäste kippen. Auch eine doppelte Überzahl konnte am Ende das 24-27 nicht mehr verhindern. Durch die 3-Tore-Niederlage war das Deja-Vù komplett. Kämpferisch ist der Mannschaft nichts verzuwerfen, aber eine erneute Phase der Kopflosigkeit verhinderte ein Erfolgserlebnis, welches an diesem Tag durchaus im Bereich des möglichen gewesen wäre.