Nichts zu holen in Friedrichsfeld

Nachdem unser knapper Kader zum Saisonende doch einiges an Substanz verloren hatte, kam die Relegation natürlich nicht unbedingt gelegen. Brina und Michi mussten passen, Lina ist angeschlagen und somit gegen körperlich ohnehin schon überlegene Gegner im Nachteil.
Auch für unsere Jugendlichen wäre das gestrige Unterfangen wahrscheinlich nur schwer lösbar gewesen.
Nachdem sich unter der Woche die Spielberechtigungen für unsere Neuzugänge geklärt hatten, galt es diese in zwei Trainingseinheiten bestmöglich einzubauen. Die Stimmung im Training war bestens und wir fuhren optimistisch nach Friedrichsfeld. Die Gastgeberinnen waren schliesslich in der gleichen Situation. Nach 6 Siegen in Folge während der Rückrunde hatte man wohl kaum noch mit der Relegation gerechnet.
 
Man muß nicht alles verstehen im Leben, unsere Vorbereitung während der Woche war optimal. Der Gegner mußte hingegen sein Abschlußtraining absagen, weil es mit 1 Feldspielerin und 2 Torhüterinnen wenig Sinn gemacht hätte. Und doch waren es die Friedrichsfelderinnen, die offensichtlich mit der Drucksituation besser umgehen konnten.
 
Zu Beginn konnten wir gleich die ersten drei Chancen nicht nutzen, was unsere Anfangsnervosität noch steigerte. Wir kamen daher nicht gut ins Spiel. Insbesondere die Abwehr fand keinen Zugriff auf den starken Rückraum der Gastgeberinnen. Es wurde nicht zur starken linken Angriffsseite verschoben. Steffi kannte zwar die Wurfbilder, doch stimmte die Abstimmung mit den Vorderleuten nicht und die ersten Bälle schlugen im Winkel ein. Dennoch waren wir bei der ersten Auszeit nach 17 Minuten noch in Schlagdistanz ( 6-9 ). Unmittelbar nach der Auszeit leisteten wir uns einen 10-minütigen Blackout, der uns einen vorentscheidenden Nachteil bescheren sollte. Durch überhastete Abschlüsse konterte Friedrichsfeld uns aus und erzielte 8-1 Tore in Folge zum 7-17. Wir waren innerhalb von 10 Minuten aus dem Spiel und gleichermassen auf dem Boden der Tatsachen.
 
In dem Bewusstsein, daß wir noch 60 weitere Minuten im Rückspiel zur Verfügung haben würden, kämpfte unsere Mannschaft vorbildlich. Zunächst jedoch war gegen die körperlich überlegenen Friedrichsfelderinnen nichts zu holen. Beim 14-26 / 19-31 deutete sich ein Debakel an. Mann muß unserer Mannschaft jedoch bescheinigen, daß sie sich nie aufgegeben hat. Zum Ende hin wurde unser Aufbäumen belohnt und wir konnte die unvermeidbare Niederlage wenigstens noch um 4 Tore freundlicher gestalten ( 24-32 ).
 
Das Team von Larissa Heil war an diesem Tag die klar bessere Mannschaft. Wir konnten leider nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Es wäre nicht fair, die Niederlage mit am Schiedsrichter festzumachen. Doch das in einem solch wichtigen Spiel nur ein Schiri pfeift, ist schon grenzwertig. Beiden Mannschaften sind äusserst fair miteinander umgegangen, alles andere hätte fatal ausgehen können. Die 8-Tore-Niederlage ist natürlich eine hohe Hypothek. Dennoch werden wir im Rückspiel am kommenden Sonntag ( 8.5. um 17.00 Uhr Stadtparkhalle ) alles versuchen, um ein kleines Handballwunder zu erzwingen. Dazu brauchen wir natürlich jede Unterstützung.