Nervenstark im Welfia-Bunker

Die Halle des Math.-Nat.-Gymnasiums, in der der VfL Welfia Mönchengladbach für gewöhnlich seine Heimspiele austrägt, war für die 1. Herren noch nie ein gutes Pflaster. Mehrfach sah die Mannschaft von Jörg Brandenburg in dieser Halle bereits nicht gut aus. Diesen Trend zu brechen trat die HG am späten Samstag an, um auch das zweite Spiel hintereinander gegen einen starken Gegner für sich zu entscheiden.

Welfia wählte in der Abwehr eine 5+1-Deckung, bei der Max Neuhoff das ganze Spiel über in Manndeckung genommen wurde. Dadurch jedoch entstanden mehr Räume im Spiel 5 gegen 5, die die HG nach ausgeglichenem Beginn und dem Auflösen der Kreisläuferposition zur ersten deutlicheren Führung zum 9:6 nutzte. Bis zur Halbzeit konnten die Gastgeber aber dranbleiben und verkürzten mit dem Schlusssignal auf 13:15. Endstand: 24:31.

Mit Schwung und einem 5:1-Lauf kamen die Gäste aus der Kabine. Noch einmal konterten die Welfen, doch nachdem zuvor die Achse Klann-Mourikis bei der HG das Spiel machte, lief Routinier Dr. Marc-Thilo Sagner in den letzten zwanzig Minuten zur Hochform auf und erzielte zum Teil spektakuläre Treffer. Spätestens als Edgar Levcuk von der Strafwurf-Linie zum 30:22 erhöhte, war der Fluch vom Welfia-Bunker besiegt und das Spiel gewonnen. Auch einige Hinausstellungen gegen die HG in den letzten Minuten brachten die Welfia nicht mehr näher heran.

Auch wenn nicht alle Spieler zum Einsatz kamen, war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die für den Erfolg sorgte. Die ungewohnte Situation der Manndeckung brachte die Brandenburg-Sieben nicht nachhaltig aus dem Konzept. Nach der recht frühen zweiten Zeitstrafe gegen Hendrik Ferner zeigte sich zudem, dass die Positionen in der 3-2-1-Abwehr ohne ersichtlichen Qualitätsverlust umbesetzt werden konnten. Mit diesem Erfolg konnte die HG Kaarst-Büttgen auch die zweite von vier schwierigen Partien hintereinander für sich entscheiden. Doch nach der Karnevalspause steht mit 1848 Mönchengladbach ein Gegner bevor, der der den Mannen von Brandenburg alles abverlangen wird. Daher mahnt Trainer Brandenburg bei aller Euphorie, die sich während der Begegnung auch bei ihm in spontanen Jubelstürmen äußerte, zur Konzentration: „Wir haben in den entscheidenden Momenten clever agiert. Das wird sicherlich auch in den nächsten Spielen gefordert sein.“

 

Für die HG:

Marius Klann(1.-60.), Rene Paulussen – Philipp Mourikis(10), Hendrik Ferner(6/1), Daniel Simon(4), Thilo Sagner(4), Edgar Levcuk(4/2), Gerrit Kolender(2), Sebastian Kniest(1), Max Neuhoff(1), Tim Willing, Dennis Neumann, Rene Müller