Stimmung in der Stadtparkhalle

Die ganze Bezirksliga fieberte seit Wochen auf das Spitzenspiel zwischen der HG und dem TV 1848 Mönchengladbach hin, das an diesem Wochenende in Kaarst stattfand. Kurzfristig war die Partie aus dem Vorster Hexenkessel in die geräumige Arena am Kaarster Stadtpark verlegt worden, und das war auch nötig, denn zum Anpfiff am späten Sonntagnachmittag waren auch hier die Sitzplätze bereits rar.

Dafür begann das Spiel vergleichsweise gewöhnlich, nämlich mit einem Abtasten auf Augenhöhe. Nach sieben Minuten erzielte Rene Müller spektakulär die erste Kaarster Führung zum 3:2. Bis fünf Minuten vor der Pause stand es unentschieden, dann jedoch leisteten sich die Gäste, ohnehin mit einem Mann in Unterzahl, eine Undiszipliniertheit, die sich spielentscheidend auswirken sollte. Wegen Reklamierens erhielt ihr spielstarker Mittelspieler zwei Zeitstrafen, worauf sich der Mannschaftsverantwortliche derart echauffierte, dass auch er, der bereits eine Gelbe Karte erhalten hatte, eine Hinausstellung erhielt. Nun hatte die HG zeitweise eine 6-3-Überzahl und nutzte die entstehenden Räume, um von 11:11 auf 17:11 wegzuziehen. Der „18“ reagierte noch vor der Pause und verkürzte, doch in die Drangphase des Gegners hinein erzielte Edgar Levcuk das Tor zum 19:14-Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit bot sich zunächst das gewohnte Bild zweier Mannschaften auf Augenhöhe, langsam baute die Brandenburg-Sieben ihren Vorsprung auf 9 Tore aus. Eine Viertelstunde vor Schluss schien die Partie entschieden, doch eine Deckungsumstellung auf Seiten von 1848 zeigte ihre Wirkung und ließ den Kaarster Vorsprung von 32:24 auf 32:28 schmelzen. In dieser Phase verlor die HG zudem Edgar Levcuk, der sich bei einer beherzten Aktion eine Platzwunde am Kopf zuzog. Das Spiel wurde nun sehr hektisch und von beiden Seiten mit viel Emotion geführt. Philipp Mourikis und der gegnerische Mittelmann fochten ein Privatduell an der Auslinie aus, woraufhin beide hinausgestellt wurden – mit der Folge, dass der Kopf der Auswärtsmannschaft als Folge seiner dritten Zeitstrafe vom Spielgeschehen ausgeschlossen wurde. Wenig später traf der bullige Gladbacher Kreisläufer Philipp Mourikis mit dem Ellenbogen im Gesicht. Diese Aktion werteten die Schiedsrichter als Tätlichkeit und sprachen eine Disqualifikation mit Bericht aus. In einer von Diskussionen und Unterbrechungen geprägten Schlussphase drängten die Gäste trotz der zahlreichen Dezimierungen auf den Ausgleich, doch näher als auf drei Tore ließ die HG sie nicht herankommen. Der starke Tim Willing entschied die Partie mit seinem Treffer zum 34:30 drei Minuten vor Schluss, danach beraubte sich 1848 durch zwei weitere Rote Karten in der Schlussminute aller Chancen.

Auch wenn sie davon profitierte, dass sich der Gegner zu einem großen Teil selber schlug, war die Mannschaft von Jörg Brandenburg das bessere Team und zeigte die variablere Spielanlage. Diszipliniert ließ sie sich nicht zu sehr von der Hitze des Gefechts anstecken und bemühte sich, die eigenen Spielideen umzusetzen. Auch eine Schwächephase zur ungünstigsten Zeit mit fast 10 Minuten ohne eigenem Tor überstand die Mannschaft und fand rechtzeitig in die Spur zurück. Tim Willing bewies, dass die HG auch in der Breite gut besetzt ist. Genauso erzielte auch Rene Müller, der beim letzten Spiel gegen Welfia 60 Minuten auf der Bank gesessen hatte, acht Tore und war damit der torgefährlichste Kaarster Akteur. Die zahlreichen Zuschauer kamen in einem trotz aller Nickeligkeiten attraktiven Bezirksligaspiel auf ihre Kosten und trugen zur guten Stimmung in der Halle bei, indem sie lautstark anfeuerten. Sie trugen damit entscheidend dazu bei, dass die Mannschaft auch das dritte schwere Spiel hintereinander gewinnen konnte. Mit dem ASV Rurtal-Hückelhoven kommt am nächsten Sonntag der nächste schwierige Gegner in die Stadtparkhalle, das Hinspiel ging für die Schützlinge von Jörg Brandenburg im Rurtaler Bunker verloren, weshalb der Trainer vorsichtig ist: "Dieser Sieg sollte uns Auftrieb geben für die nächsten Wochen. Ich hoffe natürlich, dass ich möglichst vielen Spielern Einsatzchancen geben kann. Aber noch ist nichts erreicht. Wir müssen weiterhin unsere volle Leistung bringen."

 

Für die HG:

Marius Klann(1.-60.), Rene Paulussen – Rene Müller(8), Hendrik Ferner(8/5), Phillip Mourikis(6), Max Neuhoff(4), Gerrit Kolender(4), Tim Willing(4), Edgar Levcuk(3), Daniel Simon, Thilo Sagner, Dennis Neumann, Sebastian Kniest