Dreckiger Sieg

Für die 1. Herren war die Hinrunde bisher hervorragend verlaufen. Nacheinander wurden mit dem RSV, 1848, Welfia und Rurtal vier gefährliche Konkurrenten geschlagen, bis zum Saisonabschlussspiel gegen den TVK, das sich zum Entscheidungsspiel zu entwickeln scheint, lagen vor dem Bezirksligaprimus nur noch Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Dass auch diese Spiele mit voller Kraft und Konzentration angegangen werden müssen, wurde im Vorfeld der Begegnung von allen Seiten betont. Und dennoch schienen genau siebeneinhalb Spieler des HSV Rheydt diese Mahnungen an diesem Samstagabend zu Worthülsen werden.

Auch ohne den eigentlich unverzichtbaren Thilo Sagner war die Kaarster Ersatzbank voll besetzt, während bei den Rheydter Gastgebern nur sieben Mann auf dem Bogen standen. Und die HG begann zunächst standesgemäß mit einer 3:0-Führung. Allerdings hing das auch mit einer Roten Karte zusammen, mit der der Schiedsrichter nach wenigen Minuten die Halle verwunderte. Darauf wechselte der Rheydter Coach in Ermangelung eines Auswechselspielers sich selber ein. Mit der Zeit häuften sich nach der Disqualifikation jedoch die Entscheidungen des Referees, die die Gäste zur Verärgerung brachten. Doch auch das Kaarster Spiel warf einige Fragen auf. Die Abwehr ließ sich mit einfachsten Mitteln aus den Angeln heben und im Angriff wurden zahlreiche Chancen vergeben. So machte der HSV seine Tore und es war an Hendrik Ferner, durch einen direkten Freiwurf nach dem Pausensignal für den 14:14-Gleichstand zu sorgen.

Auch nach der Pause war von einem Kaarster Aufbäumen noch nicht viel zu sehen. Erst gegen Mitte der zweiten Hälfte gelang es der HG sich langsam etwas abzusetzen. Da hatte Philipp Mourikis nach einem harten, aber für die meisten Beobachter nicht unfair geführten Zweikampf die zweite verwunderliche Rote Karte der Begegnung gesehen. Dieser Umstand kam jedoch nicht den Rheydtern zu Gute, sondern wirkte wie ein Weckruf für die Brandenburg-Sieben, die sich nun auch weniger über Schiedsrichterentscheidungen aufregte. Stattdessen wurden die in der Abwehr mühsam eroberten Bälle in unspektakuläre, aber wichtige Tore umgesetzt. Endgültig entscheidend wirkte sich die Verletzung des Rheydter Halblinken aus, der bei dem Versuch eines Kempa-Tricks auf den Ball trat und umschlug. Nun endgültig in Überzahl agierend kam das Team zu einfachen Tempogegenstoß-Toren und konnte so das Ergebnis noch deutlicher gestalten, als der Spielverlauf das hergab.

Aus der Begegnung kann die Mannschaft von Jörg Brandenburg nur mitnehmen, dass sie es sich nicht erlauben kann, die kommenden Spiele mit halber Kraft anzugehen. Immerhin gelang es ihr, im Schlussdrittel die notwendige Schippe draufzulegen. 

Für die HG:

Marius Klann(1.-38.), Rene Paulussen(38.-52.), Christoph Witthaut(52.-60.) - Hendrik Ferner(11/6), Gerrit Kolender(6), Edgar Levcuk(5/1), Max Neuhoff, Dennis Neumann, Tim Willing(je 3), Daniel Simon(2), Philipp Mourikis, Sebastian Kniest, Rene Müller(je 1), Andy Czodrowski