Im verflixten dritten Jahr

Im dritten Anlauf will die 1. Herren der HG Kaarst/Büttgen ihr großes Ziel endlich erreichen: den Aufstieg in des Landesliga. Bereits in den letzten beiden Jahren bot die Mannschaft von Jörg Brandenburg sehenswerten Handball mit meist deutlichen Ergebnissen bot, ließ jedoch in den entscheidenden Spielen den entscheidenden „Punch“ vermissen und kam so auf dem undankbaren zweiten Platz aus. Im dritten Versuch soll das lang ersehnte Ziel nun endlich erreicht werden.

Die Voraussetzungen dafür sind noch besser als in den Vorjahren. In der Vorbereitung wurden nicht weniger als neun Testspiele absolviert, die meisten davon gegen höherklassige Gegner. Ein Höhepunkt gleich zu Beginn der Vorbereitung war der Besuch des Bundesligisten TBV Lemgo mit dem Kaarster Weltmeister Florian Kehrmann. In allen anderen Spielen präsentierte sich die Brandenburg-Sieben wenigstens auf Augenhöhe und nutzte die zahlreichen Gelegenheiten dazu, taktische Varianten, verschiedene Abwehrformationen und nicht zuletzt unterschiedliche Personalkonstellationen auszuprobieren. Bei einer Teambuilding-Maßnahme in Cuxhaven wuchs die Mannschaft weiter zusammen und schwor sich auf die Saison ein. Den letzten Schliff gab ein Trainingslager am vergangenen Wochenende, bei dem viel Wert auf das Kleingruppenspiel gelegt wurde. Auch die Arbeit an den Konzeptionen wurde vertieft und erweitert.

Personell konnte sich die HG vor allem aus der eigenen Jugend verstärken. Sebastian Kniest, Matthieu Brera und Fabian Laufhütte, die zum Teil auch schon in der vergangenen Saison Einsatzminuten bekamen, gehören nun fest zum Team, auch wenn Kniest  und Brera noch in der Jugend spielen können. Königstransfer ist aber Kreisläufer Simon Breuer, der von Bayer Dormagen II aus der Oberliga nach Kaarst kam. Den Zugängen stehen die Abgänge von Edgar Levcuk, der sich der zweiten Mannschaft angeschlossen hat, und Rene Paulussen entgegen. Der Torhüter hat seine aktive Handballlaufbahn beendet. Sein Abschied soll vereinsintern kompensiert werden, indem Christoph Witthaut, der in der letzten Saison vermehrt in der zweiten Mannschaft zum Einsatz  kam, fest in den Kader aufrückt. Roland Schöneberg, der verletzungsbedingt schon in der letzten Saison nicht mehr in der Bezirksliga zum Einsatz kam, unterstützt Brandenburg nun als Co-Trainer.

Nachdem der TV Erkelenz in letzter Minute den Klassenerhalt in der Landesliga sicherte, gibt es keinen Absteiger in die Bezirksliga, sodass drei Mannschaften aus der Kreisliga aufsteigen. Die HG kann in diesem Feld als klarer Favorit gelten. Ärgster Mitstreiter der HG dürfte die junge und hochtalentierte Mannschaft des Rheydter SV sein. Daneben ist der Vorjahresdritte TV 1848 Mönchengladbach hoch einzuschätzen, hängt aber sehr von den Gebrüdern Stapper ab. Gespannt sein darf man auf die „Wundertüte“ der Liga, den ASV Rurtal-Hückelhoven, der sich namhaft verstärkt hat und für seine große Heimstärke bekannt ist. „Unser Ziel muss natürlich der Aufstieg sein“, erklärt Trainer Brandenburg, „aber wir haben Respekt vor jedem Gegner, keinesfalls dürfen wir überheblich auftreten. Außerdem ist mir wichtig, dass wir die mannschaftliche Geschlossenheit bewahren. Ich möchte allen Spielern möglichst viele Spielanteile geben.“

Auf dem Weg in die Landesliga baut die HG auf die Unterstützung der Kaarster Fans. Schon in der Rückrunde der letzten Saison kamen oft mehr als 100 Zuschauer in die Stadtparkhalle. Für die neue Saison rückt das Team enger mit der 1. Damen zusammen, sodass an allen Heimspieltagen beide Kaarster Erstvertretungen zu sehen sein werden. Das erste Mal ist dies am kommenden Sonntag (16:45 Uhr, Stadtparkhalle) der Fall, wenn die Herren auf die Nachbarn von der Turnerschaft Lürrip II treffen.