Nicht auf der Höhe

Die Verhältnisse zwischen der 1. Herren und der Mannschaft des Rheydter SV waren eigentlich seit längerem klar: Respekt vor den technischen und spielerischen Fähigkeiten der jungen Mannschaft der RSV hatten die Kaarster Herren schon immer, doch hatten sie bisher noch immer die Oberhand behalten. Die Spiele zwischen den Mannschaften waren stets fair und handballerisch ansprechend gewesen.

Vor großem Heimfanaufgebot startete die Partie in der Mülforter Halle ausgeglichen. Die Abwehr der HG stand sicher in der 6:0-Formation, doch die Gastgeber spielten geduldig dagegen an und stellten die Defensive damit auf die Konzentrationsprobe, die bereits jetzt zu oft negativ ausfiel. Ein ähnliches Bild zeigte sich auf der anderen Seite des Spielfeldes, wo die Gäste zwar gefällige Abläufe zeigte, aber immer wieder nicht die nötige Zielstrebigkeit an den Tag legte, die Kombinationen mit Torerfolgen abzuschließen. So spielten sich die Gäste kurz vor der Pause einen kleinen Vorsprung (13:11) heraus.

Aus der Halbzeitunterbrechung kamen die Gastgeber jedoch deutlich besser und erhöhten ihre Führung schnell auf fünf und kurze Zeit später sieben Tore. Dies war neben einigen starken Angriffsaktionen auf Seiten der Rheydter auch dem Fakt geschuldet, dass die Mannschaft von Jörg Brandenburg in der Offensive überhaupt keine Torerfolge zu verzeichnen hatte. Einige glücklose Defensivaktionen taten ihr Übriges. Verzweifelt rannte die HG in der Folge gegen den Rückstand an, erspielte sich klare Torgelegenheiten, ließ davon aber zu viele aus. Insgesamt war der Aufwand, den die Auswärtsmannschaft betreiben musste, um zum Torerfolg zu kommen, deutlich zu hoch, als dass der Rückstand noch aufgeholt hätte werden können. Auch eine Defensivumstellung und ein Torwartwechsel verpufften so ohne messbare Besserung. So behielt der RSV mit 29:21 auch in der Höhe verdient zwei Punkte in Mülfort.

Der Mannschaft von Jörg Brandenburg fehlte es an eigentlich allen Punkten ein wenig, insbesondere aber wirkte ihr Spiel unrund, sie fand nicht in einen Rhythmus, erlangte keine Spielsicherheit. Dabei spielte der Ausfall von Matthieu Brera, der sich in den bisherigen Saisonspielen als Mann für die einfachen Tore erwiesen hatte, sicherlich ebenso eine Rolle wie die Verletzung, die Dennis Neumann nur angeschlagen in die Partie gehen ließ. Auch wenn sich das bei zwei Halblinken besonders bemerkbar machte, kann es aber keine hinreichende Erklärung für zahlreiche Mängel an Konzentration und Disziplin sein, die sich bei der HG über die gesamte Spielzeit weniger einschlichen, als vielmehr offen zu Tage traten.

Dennoch tut das Team gut daran, den Kopf oben zu halten, die Ligasituation hat sich nicht gravierend verändert. Gegen den ATV Biesel kann die Brandenburg-Sieben nächsten Sonntag (15.11.15 um 18:40 Uhr in der Stadtparkhalle) vor heimischer Kulisse beweisen, dass es sich bei der Niederlage gegen den RSV um einen einmaligen Ausrutscher handelte.

 

Für die HG: 

Marius Klann(1.-40.), Christoph Witthaut(40.-60.) – Max Neuhoff(5/1), Hendrik Ferner(5/2), Philipp Mourikis, Simon Breuer(3), Rene Müller(2), Daniel Simon(1), Dennis Neumann(1), Thilo Sagner, Fabian Laufhütte, Andy Czodrowski