Im Regen nichts anbrennen lassen  

Eigentlich war nicht viel Spektakuläres zu erwarten vor dem Spiel der 1. Herren gegen den ATV Biesel. Die Gastgeber als klarer Favorit gegen einen Gegner, den man schon im Pokalspiel deutlich distanzieren konnte. Doch während des vorangehenden Damenspiels öffnete plötzlich das Dach der Stadtparkhalle seine Schleusen, sodass die Partie abgebrochen werden musste. Auch das folgende Bezirksligaspiel stand damit natürlich auf der Kippe. Erst zwanzig Minuten vor Spielbeginn entschied Schiedsrichter Stephan Breuer, dass die Begegnung stattfinden könne; der Regen draußen hatte nachgelassen, wodurch auch die Tropfen von der Hallendecke abebbten.

Das Spiel war dann nichts Anderes als zu erwarten gewesen war. Auch ohne ihren in Brasilien weilenden Kapitän Hendrik Ferner stand die Kaarster Abwehr stabil, die resultierenden Ballgewinne wurden konsequent im Tempogegenstoß genutzt. Dafür war vor allem Max Neuhoff verantwortlich, der erneut bester Kaarster Torschütze und überragender Akteur auf dem Feld war. War doch einmal ein Positionsangriff angesagt, zeigte Fabian Laufhütte, dass er durchaus in der Lage ist, den etatmäßigen, ebenfalls blonden und schmalen Mittelmann zu ersetzen. Die Gäste agierten dabei jedoch auch geradezu erschreckend harmlos. Von Beginn an mit zwei Kreisläufern spielend waren sämtliche Angriffsbemühungen statisch, zudem schwächte sich der ATV durch eine freilich sehr harte Rote Karte zusätzlich. Über 6:1 und 13:4 ging es so zum 17:8-Halbzeitstand.

In Halbzeit zwei bot sich den Zuschauern ein ähnliches Bild, wobei die Kaarster Defensive mit der Zeit und wachsendem Vorsprung etwas an Stabilität einbüßte. Trainer Jörg Brandenburg schonte einige angeschlagene Spieler, und bot allen Spielern im Kader Einsatzmöglichkeiten. In den teils ungewohnten Konstellationen klappte nicht mehr alles, ohne dass sich die HG eine gravierendere Schwächephase geleistet hätte. Endstand: 38:20.

Eine durchschnittliche Leistung reichte zu einem deutlichen Erfolg gegen einen Gegner, der sicher an diesem Tag nicht das Optimum seiner Leistungsfähigkeit abrufen konnte. Auf Kaarster Seite überzeugte besonders das Umschaltspiel, meist über Linksaußen Max Neuhoff, der sich seit Wochen in bestechender Form befindet. Erfreulich ist auch, dass die Brandenburg-Sieben egal in welcher Konstellation in ein flüssiges und ansehnliches Angriffsspiel findet.

Nach einer Woche Pause steht für die HG das zweite richtige Topspiel der Saison an, wenn es am Samstagabend vor dem 1. Advent zum TV Erkelenz (Anwurf: 20 Uhr am Salierring in Erkelenz) geht. Der Landesligaabsteiger ist nach einigen personellen Veränderungen nach dem Abstieg eine Wundertüte, konnte jedoch bisher in dieser Saison noch nicht vollends überzeugen. Dennoch wird das Team von Jörg Brandenburg gegenüber dem Biesel-Spiel noch einen Gang hochschalten müssen.

Für die HG:
Marius Klann, Simon Fuierer – Max Neuhoff(11), Matthieu Brera(5), Simon Breuer(5/2), Rene Müller(3), Daniel Simon(3), Gerrit Kolender(3), Fabian Laufhütte(3), Sebastian Kniest(3), Lars Wolff(1), Andy Czodrowski(1), Dennis Neumann