Erkämpfter Sieg

Nach einer Woche Pause fuhr die HG am Samstagabend nach Erkelenz, um sich mit dem Landesligaabsteiger zu messen, der sich vor der neuen Saison personell jedoch deutlich verändert hatte und somit schwer auszurechnen war. Die gewöhnungsbedürftige Umgebung der „Holzhalle“ am Salierring, die durch eine Verspätung des Vorspiels noch einmal verspätete Anstoßzeit und der spontane Trikotwechsel auf lila kurz vor Spielbeginn sorgten insgesamt für eine nicht ganz optimale Spielvorbereitung bei der Mannschaft von Jörg Brandenburg, die mit Simon Breuer zudem auf den etatmäßigen ersten Kreisläufer verzichten musste.

So war das Spiel der HG auch von Ungenauigkeiten geprägt, die unkonventionelle Deckung der Gastgeber machte der Brandenburg-Sieben zudem Probleme. Dennoch war sie spielbestimmend und ging in Führung, ohne allerdings deutlichere Vorsprünge herauszuspielen. Vielmehr traf der TVE immer wieder aus dem Rückraum, wo die Kaarster Abwehr nur zögerlich heraustrat. Zudem schalteten die Hausherren nach technischen und Abspielfehlern der HG schnell um und erzielten so auch mehrere Treffer im Tempogegenstoß. Folgerichtig war der Halbzeitstand mit 15:17 recht knapp.

Auch die zweite Halbzeit brachte zunächst noch keine Kehrtwende im Spiel der Gäste, die insgesamt die spielerische Leichtigkeit und Präzision vermissen ließen, die sie sonst auszeichnet. Hinzu kamen einige unglückliche Gegentore, wenngleich die Abwehr insgesamt etwas sicherer stand, was auch der Hereinnahme von Andy Czodrowski in den Mittelblock zu verdanken war. Immerhin konnten Gegenstoßgegentore unterbunden werden. Erst Mitte der zweiten Hälfte schien Erkelenz etwas zu ermüden, dies nutzte vor allem Dennis Neumann im Spiel 1 gegen 1 aus. Auch machte sich eine Manndeckung gegen den Erkelenzer Shooter Benedict Krüger bezahlt. So erkämpften sich die Gäste einen 26:33-Sieg.

Der im Endeffekt doch relativ sichere Erfolg trotz ausbaufähiger Leistung kann als Beweis für die Qualität der HG gewertet werden, auch an schlechteren Tagen ein Spiel über den Kampf zu gewinnen, zumal der TVE trotz seiner dünnen Personaldecke im Ligavergleich zu den Mannschaften mit der größten individuellen Klasse gehört. Thilo Sagner, obwohl ein wenig zwischen Genie und Wahnsinn agierend, bewies seine Klasse auf der Rechtsaußenposition, wo Rene Müller angeschlagen geschont werden konnte, Hendrik Ferner übernahm die ihm zugedachte Führungsrolle und ging „dahin, wo es wehtut“, ohne sich aufzureiben. Und nicht zuletzt stellte sich Simon Fuierer in den entscheidenden Momenten als Siebenmeter-Killer heraus, seine vier parierten Strafwürfe hatten durchaus spielentscheidenden Charakter. Nachdenklich machen muss aber das Rückzugsverhalten, dessen Schwäche den Gastgebern deutlich zu viele Tempogegenstöße ermöglichte. Auch die Verteidigung bzw. das Zusammenspiel von Abwehr und Torwart gegen Rückraumwürfe bedarf noch einer Verbesserung.

Diese Verbesserungen gilt es am kommenden Sonntag gegen die HSG DJK TuS Wickrath (Anwurf: 17.15 Uhr in der Stadtparkhalle) umzusetzen. Diese steht derzeit im unteren Tabellenmittelfeld, hat der HG in der Vergangenheit aber immer wieder einen harten Fight geboten. Unterstützung von den Rängen könnten wir also gut gebrauchen, je mehr, desto besser!

Für die HG:
Simon Fuierer, Marius Klann – Hendrik Ferner(9/2), Max Neuhoff(6/1), Thilo Sagner(6), Dennis Neumann(5), Matthieu Brera(5), Andy Czodrowski(2), Sebastian Kniest, Fabian Laufhütte, Daniel Simon, Rene Müller, Lars Wolff