Eine Halbzeit Spaß, eine Halbzeit Mühe

Mit dem TV Beckrath kam die vielleicht größte Überraschung der Saison in die Stadtparkhalle. In der Vorsaison nur im Mittelfeld unterwegs, konnten sich die Grün-Weißen in dieser Spielzeit in der erweiterten Spitzengruppe etablieren. Dagegen verzichtete die Mannschaft von Jörg Brandenburg auf Matthieu Brera, der erst verspätet anreisen konnte, trat ansonsten aber in Bestbesetzung an.

Von Beginn an zeigte die HG ihre spielerische Klasse, war aktiv in der 3:2:1-Abwehr und zog im Positionsspiel mit derart viel Tempo auf die Deckung, dass meist der Abschluss durch den völlig frei durchbrechenden Spieler, der auch konsequent gesucht wurde, erfolgte. Die Gäste versteckten sich aber keineswegs, sondern versuchten mitzuspielen. Dadurch entwickelte sich ein temporeiches, sehr ansehnliches Spiel. Insbesondere über die schnelle Mitte gelang es der HG aber, ihren Vorsprung auszubauen. Ohne Qualitätsverlust konnte Jörg Brandenburg durchwechseln. Mit 20:12 ging es in die Kabinen.

Eine Deckungsumstellung auf Seiten des TVB brachte die Mannschaft in der zweiten dann völlig aus dem Konzept. Die Automatismen funktionierten nicht mehr so wie zuvor, auch kam die HG mit viel weniger Tempo aus der Deckung. Diese war zudem lange nicht mehr so stabil wie im ersten Durchgang. So arbeitete sich der TVB Tor für Tor heran. Eine Auszeit der HG brachte kurzfristige Verbesserung in Form eines 4:0-Laufs. Doch die Gastgeber fanden nicht zu alter Stabilität zurück, scheiterten nun immer wieder am starken Pascal Hilgers im Beckrather Gehäuse. Mit einiger Mühe brachte die Brandenburg-Sieben schließlich ein 32:29 ins Ziel.

Wenn auch Beckrath nie bis in nächste Schlagdistanz herankommen konnte, bleibt die Frage, woher der plötzliche Bruch im Spiel zur Halbzeit kam. In der ersten Hälfte noch war die HG auf einem sehr guten Weg, bot wenig Anlass zur Kritik. Die 4:2-Abwehr in der zweiten Hälfte brachte die Heimmannschaft dann insgesamt aus dem Tritt, insgesamt wirkten die Aktionen nicht mehr annähernd so zwingend wie im ersten Durchgang. Taktische und spielerische Variabilität sowie volle Konzentration über 60 Minuten werden aber nächste Woche vonnöten sein, wenn es zum bisher ebenfalls ungeschlagenen Tabellenzweiten 1848 Mönchengladbach geht (Samstag, 17.12.16 um 18:30 Uhr an der Viersener Straße in Mönchengladbach). In diesem wichtigen letzten Spiel des Jahres werden endgültig die Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt.  

Für die HG:
Simon Fuierer, Marius Klann – Simon Breuer(6), Rene Müller(5), Hendrik Ferner(5/4), Max Neuhoff(4), Dennis Neumann(4), Fabian Laufhütte(3), Thilo Sagner(2), Daniel Simon(1), Sebastian Kniest(1), Gerrit Kolender(1), Lars Wolff, Andy Czodrowski